Künstler Interview mit Janny Cierpka

Janny – Die Bodypainting Geschichte eines Berliner Originals

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Janny Cierpka überzeugt seit 1995 durch Professionalität und Qualität in den Bereichen Malerei und Bodypainting. Durch ihre lange Berufserfahrung und Spezialisierung auf Airbrush ist die präzise Umsetzung der Ideen und Kundenwünsche für sie eine Selbstverständlichkeit. So kann die Berliner Künstlerin außer Bildern auch Schriften und Firmenlogos exakt auf den menschlichen Körper übertragen und ebenso Fantasie Wesen erschaffen.

Wie lange bist Du Körpermaler?

Wenn ich darüber nachdenke, ist das schon sehr lange. Seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Ist das Dein (Traum)beruf?

Wann hast Du das erste Mal Bodypainting/Facepainting gemacht?
Ich bin freiberufliche Bodypainterin seit 1995.
Angefangen habe ich 1991. Mein Bruder musste als Erster herhalten. Erstmal nur das Gesicht und der halbe Oberkörper. Und an das Motiv kann ich mich auch noch erinnern, der Terminator. Man hat das lange gedauert…

Janny, wie bist du Körpermaler geworden? Hast Du eine künstlerische Aus-/Weiterbildung?

Da muss ich leider mit der üblichen Geschichte anfangen, wie die meisten Künstler. Ich habe mit 14 Jahren die Leidenschaft für das Zeichnen entdeckt. Und vor allem habe ich entdeckt, was ich aus mir und meinen Händen herausholen kann.
Dann habe ich jahrelang nur Portraits mit Bleistift in mittelgroßen Formaten gezeichnet. Das war die Teeny-Zeit, die Zeit der Poster, die ich mir und Freunden selbst gezeichnet habe. Ich habe sozusagen kleine, schlechte Zeitungsfotos von Stars auf Groß übertragen. Und das alles ohne technische Hilfsmittel und ohne Rastertechnik, die ich gar nicht kannte.
Ende der 80er Jahre ermutigte mich Peter, den ich auch schon sooo lange kenne und der einen Ölfarbkasten besaß, mit Farben zu malen. Nach erstem Zögern merkte ich schnell, dass mir auch das lag. Weitere Jahre später ermutigte mich auch wieder Peter, mal eine Airbruch auszuprobieren, die er von der Arbeit mitbrachte. Ähnlich, wie mit der Ölmalerei, war der erste Versuch richtig doof. Aber beim zweiten Mal klappte es hervorragend und ich bekam gleich den Auftrag, die Motorhaube von Peters Auto zu gestalten. Was für ein Vertrauen. Das Ergebnis war perfekt und er fuhr noch einige Jahre damit rum.
Dann, ungefähr ein Jahr nach Beginn meiner Airbrush-Laufbahn, kam Peter auf die Idee, dass wir doch auch mal Bodypainting ausprobieren könnten und hatte auch schon entsprechende Airbrush-Körperfarben dabei. So blieb mir gar keine andere Wahl, als ja zu sagen. Wie immer habe ich zuerst etwas gezögert, aber nach meinem ersten Versuch an meinem Bruder folgte auch gleich der erste professionelle Auftrag, den Peter irgendwie an Land gezogen hatte. Und so kam das alles ganz schnell ins Rollen. Also, um die Frage zu beantworten, wie ich Bodypainterin geworden bin – Peter hat Schuld. Nein, aber ich kann sagen, dass durch seine Art, Trends und Entwicklungen vorausschauend zu erkennen und zu nutzen, meine Entwicklung stark vorangetrieben hat.

Welche Künstler haben Dich beeinflusst?

Oh, das ist ganz unterschiedlich. Während meiner Ölmalphase war es Van Gogh und die anderen Impressionisten, aber auch Rembrandt, um nur einige zu nennen. Später waren es Dali, Giger, Boris Valejo und einige andere aus der Fantasy-Szene. Für das Bodypainting gab es eigentlich keine Einflüsse. Aber ich bekam später, als ich schon längst Bodypainterin war, das Buch „Osydationen“ von Vera (Veruschka) von Lehndorff geschenkt, ein Original, welches mich sehr beeindruckt hat. Vor allem deshalb, weil sie die Vorreiterin des Bodypaintings in der westlichen Welt war, schon Anfang der 1970er Jahre. Und was dort gezeigt wird, ist das von mir geliebte Camouflage-Bodypainting, was sich jetzt auch immer mehr verbreitet in der Szene und schon zum Mainstream geworden ist (trotzdem liebe ich es). Aber sie machte das schon vor gut 40 Jahren und war damals, soweit ich weiß, die Einzige. Wow.

Was hat dich am Bodypainting/ Facepainting besonders gereizt?

Was mich reizt, ist die Illusion. Etwas auf den Körper zu malen, was echt aussieht, wie zum Beispiel Kleidung, wo die Passanten nicht gleich wahrnehmen, dass das Model eigentlich nackt ist. Oder aus dem Menschen etwas ganz anderes zu machen, wie eine Burg oder eine Echse. Oder eben auch die starke Illusion des Verschwindens beim Camouflage-Bodypainting.

Welche Highlights hattest Du in Deiner Künstlerkarriere?

Da gab es sicherlich einige, die mir jetzt vielleicht nicht alle gleich einfallen. Ich denke auch ehrlich gesagt nicht so darüber nach. Auf jeden Fall gehören die Fußball-Nationalspieler dazu, die ich mit meinem Kollegen Enrico zusammen 2010 zur Fußball-WM bemalt habe. Dann gab es da einige Prominente, die ich bemalen durfte, was mich immer wieder fasziniert. Aber auch die beiden Strechlimousinen, die Enrico und ich 1998 und 2000 für die Marke Camel bemalt haben, wovon die erste von den beiden immer noch im Technikmuseum in Speyer steht und mit der wir einen Eintrag im Guinnesbuch der Rekorde erhalten haben.
Welche Preise, Auszeichnungen hast du erhalten?
Was natürlich auch ein Highlight war, unser Weltmeistertitel von 2002, auch mit Enrico zusammen und auch wieder mit Peter im Hintergrund, der uns durch seine Organisation unterstützt hat.
Desweiteren gab es ein paar erste und zweite Platzierungen vorher. Aber mit dem Weltmeister habe ich aufgehört, an Wettbewerben teilzunehmen. Dann kamen andere Aufgaben, die einfach wichtiger waren. Unter anderem als Jurorin an großen und kleinen Wettbewerben teilzunehmen, was für mich auch eine Art Auszeichnung ist.

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Wo hat es dich schon überall hingeführt?

Ach, ehrlich gesagt nicht all zu weit. Ich bin nicht so der Globetrotter. Österreich, Schweiz, Niederlande, Griechenland und Bulgarien fallen mir spontan ein. In Bulgarien war ich auch als Jury-Mitglied beim Festival von Mirko Mirchev, ein super Airbrush-Künstler und Bodypainter.

Welche zukünftigen Projekte möchtest du gern verraten?

Auch, da gibt es nichts Besonderes, was ich großartig verraten könnte. Ich habe in demnächst ein Projekt für eine bekannte Fernsehsendung, worüber ich nocht nichts sagen darf. Und es werden demnächst ein paar Models für eine bekannte Fitness-Company als Schaufensterdekoration gestaltet.

Wo kann man dich demnächst live sehen?

Beim 4. Heringsdorfer Bodypainting Festival im August, worauf ich mich sehr freue. Klein und gemütlich, wo ich in entspannter und freundschaftlicher Atmosphäre mit Künstlerkollegen künstlerisch „mein Ding“ machen kann.

 

Kontakt und weiter Infos zu Janny

Janny Cierpka, Berlin

http://bodypainting-arts.de

https://www.facebook.com/janny.cierpka

About Senjo Color Peter

Redakteur Bodypainting.net seit 1999 - Bodypainting und MakeUp Spezialeffekte - Entwicklung und Vertrieb von Körperfarben, Schulung für Künstler, Theater, Show- und TV-Produktionen.